Eine ganz besondere Hilfsgüterfahrt

08.06.2022


Da die Anzahl der Flüchtenden aus der Ukraine insgesamt deutlich abnimmt und diese in Polen grundsätzlich gut versorgt sind, haben wir wieder eine reine Hilfsgütertour geplant. Die Sachspenden-Bereitschaft im privaten Umfeld nimmt ab. So bestellte Dawid viele Hilfsgüter wie Medikamente, Instant-Nudeln, Babynahrung, Damenhygieneprodukte, Babywindeln und Erwachsenenwindeln online, im dm-drogerie markt und in der Apotheke. Das Budget dafür stellte die Firma EnBW Energie Baden-Württemberg zur Verfügung. Dank dieser finanziellen Unterstützung können wir die Menschen in der Ukraine weiterhin gut versorgen. 

Nachdem alle Pakete und Bestellungen angekommen sind, wurden diese sortiert, verpackt und beschriftet. Dann meldete sich Edeka Hauguth bezüglich einer Spende. Dort wurden Pfandbelege und Bargeld gesammelt um die Ukraine mit Lebensmitteln versorgen zu können. Wir durften 2 Einkaufswägen voll mit Lebensmitteln für die Ukraine abholen. Außerdem bekamen wir leihweise 8 Rollwagen um die Spenden und Hilfsgüter sicher im Transporter verstauen zu können. Dann erhielten wir noch eine Spende vom Rewe Appel in Speyer in Form von 400 Packungen Nudeln. Anschließend holte Dawid die Medizinbestellung in der Einhorn Apotheke in Speyer ab und bekam hier zusätzlich Hustensaft als Sachspende. Vielen Dank an dieser Stelle für die Spenden! Auch das Bundesrechenzentrum aus Nürnberg hat seine "alte" IT Ausstattung für die Ukraine gespendet. Diese sollten wir auf dem Weg nach Polen abholen. Vielen Dank auch dafür!
Da wir doch mehr Spenden hatten als erwartet, musste ein 2ter Transporter her. So haben wir einen zweiten Transporter gemietet. Den ersten Transporter bekamen wir wieder vom Autohaus Weller in Bietigheim kostenlos zur Verfügung gestellt. Dieses mal wollten wir die Spenden direkt ins Lager nach Lutsk in die Ukraine bringen, da der Transport vom Zwischenlager in Chelm (Polen) nach Lutsk in der Ukraine lange dauert, da extra ein Transport organisiert werden muss. So haben wir mit Hilfe der Speditionsfirma aus Chelm die Zollabfertigung gemacht. Besonders gefreut hat uns, dass wir für diese Tour Dima gewinnen konnten. Er hat sich bei uns freiwillig gemeldet, um uns bei den Fahrten zu unterstützen. Dima ist ein Flüchtling aus der Ukraine. Er hat 3 Kinder und durfte die Ukraine somit offiziell verlassen. Er spricht Ukrainisch und Englisch und konnte uns bei unserer Tour in die Ukraine somit super unterstützen.  

Los ging es dann am Freitag gegen 17 Uhr in Göppingen, nachdem beide Transporter beladen waren. Auf dem Weg nach Polen haben wir die IT- Spende vom Bundesrechenzentrum in Nürnberg abgeholt. Der nächste halt war in Chelm, um die Papiere für die Zollabfertigung abzuholen. Anschließend machten wir uns auf den Weg Richtung Ukraine. Hier erwartete uns eine 14km lange LKW Schlange an der wir als humanitärer Transport vorbeifahren durften. 

Trotz der angemeldeten Zollabfertigung hat es gute 3 Stunden gedauert bis wir dann tatsächlich in die Ukraine einreisen durften. Hier konnte uns der ukrainische Beifahrer sehr gut unterstützen. Nach der erfolgreichen Einreise machten wir uns direkt auf den Weg nach Lutsk ins Lager wo uns Sascha von der Partnerorganisation erwartet hat. Angekommen sind wir im Lager am Samstag gegen 17 Uhr Ortszeit. Wir fingen direkt an die Hilfsgüter auf Paletten zu verladen. Nach einer Stunde waren wir fertig. 

Anschließend lud uns Dima zum landestypischen Abendessen ein und wir machten uns danach auf den Rückweg nach Deutschland. Der Grenzübergang nach Polen gestaltete sich unkomplizierter, so dass wir nach einer Stunde an der Grenze um Mitternacht in Polen angekommen sind. Auf dem Rückweg nach Deutschland hielten Dawid und Thomas noch in Breslau an, um 9 Pakete für Anastasia, eine Geflüchtete aus der Ukraine, abzuholen. Sie hatte uns ein paar Tage vor der Abfahrt kontaktiert und gefragt, ob wir ihr ganzes Hab und Gut von Breslau nach Deutschland mitnehmen können, Sie hat sich das alles von einer Freundin aus der Ukraine nach Polen schicken lassen. Es war alles was ihr von ihrem alten Leben übrig geblieben ist.... Nachdem wir die Pakete eingeladen haben, machten wir uns auf den Weg zu ihr in die Nähe von Nürnberg, wo sie bei einer Gastfamilie untergebracht ist. Dort angekommen schaute uns Anastasia überglücklich an. Sie lud uns auf einen Kaffee und Brötchen ein, die sei vorher für uns gekauft hatte. Wir haben uns lange mit ihr und der Gastfamilie unterhalten und ausgetauscht. Danach machten wir uns auf den Weg nach Hause und sind kurze Zeit später gut zuhause angekommen. Mal wieder eine sehr gelungene Fahrt die dank unserer Fahrer und den Spendern ein voller Erfolg war.
 
Zuhause müssen wir erstmal die Eindrücke der langen Fahrt verarbeiten. Denn auch wenn das Gebiet in dem sich das Lager befindet kein Kriegsgebiet ist, flüchten die Menschen aus dieser Region. Entsprechend leer sehen die Dörfer und Städte aus. Wir planen schon unsere nächste Hilfsgütertour in die Ukraine und hoffen, dass wir weiterhin dabei unterstützt werden. Zusammen schaffen wir das!